Claudia Herbrecht-Franke

Blick auf das Jahresthema 2014

 

LITERACY - LESEKOMPETENZ - LESEFÖRDERUNG

IN JEDEM ALTER UND ALLEN FÄCHERN
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Im Rückblick auf die Arbeit mit dem Jahresthema „Literacy – Lesekompetenz – Leseförderung: In jedem Alter und allen Fächern“ greife ich folgende Fragen und Aspekte auf:

Warum haben wir im ILF abteilungsübergreifend Literacy – und Leseförderung zu unserem Jahresthema gewählt?

Wie sind wir die Arbeit mit einem Jahresthema angegangen?

Welche Erfahrungen haben wir gesammelt?

Was ist gelungen?

Auf welche Grenzen sind wir gestoßen?

Wünsche und Visionen zur Literacy- und Leseförderung

Anschließend nehme ich kurz in den Blick, wie es weiter geht.

Unter Materialien und Links finden Sie Texte, Literaturtipps, sowie Praxisbeispiele, Einblick in einige unserer Seminare sowie die Übersicht über die Veranstaltungen, die wir im Rahmen dieses Jahresthemas anboten.

 Vorhaben und Herangehensweise

Im ILF-Team war uns bewusst, dass Literacy- und Lesefähigkeiten zentrale Schlüssel zum Bildungserfolg und Literacy- und Leseförderung wirksame Mittel zu Vergrößerung von Chancengerechtigkeit sind. Doch wann beginnen die zentralen Erwerbsprozesse? Wodurch werden sie in welchem Alter und auf welchem Entwicklungsstand gut unterstützt? Was ist mit Kindern und Jugendlichen, die sich schwer tun und entmutigt sind? Was ist wessen Aufgabe? Wer hat in welchem Setting welche Möglichkeiten?

Institutsintern nahmen wir in den Blick, welche Kompetenzen in diesem Themenkomplex entlang der Bildungskette (von der Geburt bis zum Berufsleben) erworben werden, was diesen Erwerb unterstützt und welche Auswirkungen Anregungsmangel, Misserfolge und Entmutigung haben.

Wir erweiterten unsere oft eher zielgruppen- bzw. fachbezogene Perspektive um komplexes Hintergrundwissen und um Aspekte aus den Arbeitsbereichen der Kolleginnen und Kollegen (z.B. Was passiert alles schon vor der Schule? Welche verschiedenen Dimensionen hat Leseförderung und auf welch unterschiedliche Weise können diese in unterschiedlichstem Rahmen gefördert werden? Was ist im Mathematik- und naturwissenschaftlichen Unterricht möglich?)

Wir rangen um Formulierungen und damit auch um Bedeutungen. Worum geht es vorrangig: darum, dass Lesen Spaß macht, dass es nützlich ist, dass Literacy- Erfahrungen als persönlich bedeutsame Erfahrungen ermöglicht und begleitet werden und mit der individuellen Lebenssituation des einzelnen Kindes zu tun haben? Diese und viele weitere Aspekte diskutierten wir.

Weiterhin fragten wir uns, wie wir die Fachlehrerrinnen und Fachlehrer erreichen und ob wir Möglichkeiten haben, für Aspekte Literacy- und Lesefreundlicher Einrichtungskultur in Kitas und Schulen zu sensibilisieren und deren Umsetzung zu unterstützen.

Wir richteten die Homepagekategorie zum Thema mit Hintergrundinformationen, Literaturlisten und Praxisbeispielen ein. Ein Anliegen war uns, im Dialog mit der Fachpraxis die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu stabilisieren sowie Handwerkszeug für gelingende Praxis zugänglich zu machen.

Wir recherchierten, nahmen Kontakt mit möglichen Referentinnen und Referenten auf und planten ganz unterschiedliche Veranstaltungen.
Einblick in die angebotenen Veranstaltungen hier


Gelungenes

Unser Blick ist weiter und unsere Fragen sowie Lösungsansätze sind konkreter geworden. Institutsintern, in Planungsgesprächen mit potentiellen Referentinnen und Referenten, in vielen Begegnungen u.a. mit Veranstaltungsteilnehmerinnen und –teilnehmern wurden wir darin bestätigt, dass unsere gewählte Thematik sehr wichtig ist und dass es gleichzeitig viele offene Fragen und Unterstützungswünsche aus der Praxis gibt.

Die meisten unserer geplanten Veranstaltungen fanden statt. Die Teilnehmenden meldeten uns zurück, dass sie gute, praxisnahe Anregungen bekamen und motiviert sind für die Umsetzung in die Praxis. Sie sehen neue Möglichkeiten und Perspektiven für Praxisreflexion, Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie für die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.

Die Resonanz auf die Internetpräsenz zum Thema mit Materialien und Links zur Vertiefung sowie einzelnen Dokumentationen von Praxisbeispielen war positiv und machte uns deutlich, wie präsent das Thema ist.

Grenzen

In Schul-, Kita- und Fortbildungspraxis sind alle Beteiligten stark eingebunden und mit einer Vielzahl komplexer Aufgaben befasst. Gegenüber der Fülle an Herausforderungen und Angeboten ist das Augenmerkt häufig zuerst auf Bekanntes und Erwartbares gerichtet. So fielen wegen zu geringer Anmeldezahlen leider einige Veranstaltungen aus. Dies traf leider insbesondere Veranstaltungen, die schulartenübergreifend geplant waren und solche, die sich an Lehrkräfte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer richteten.

Zudem hat manch spannendes Praxisbeispiel den Weg vom lebendigen Berichten nicht in die Schriftform und zum Einstellen auf der Homepage an uns gefunden. Auch unsere eigene Literaturrecherche und Kommentierung aktueller Veröffentlichungen für die Literatur- und Linklisten konnten wir aus Zeitmangel nicht so fortführen, wie wir es uns zu Beginn vorgenommen hatten. Daher beschränkt sich die Kategorie „Praxisbeispiele/ Einblick in Seminare“ auf der Homepage auf wenige Beiträge.

Ein ganz besonderer Dank gilt denen, die uns Beiträge zur Verfügung gestellt haben.

Wünsche und Visionen

Literacy, Lesekompetenz, Leseförderung – das geht alle an, die mit der Erziehung und Bildung von Kindern zu tun haben … egal, in welchem Alter, egal, in welchem Fach, egal, ob als Erzieherin, Sprachförderkraft, Fachlehrerin oder Schulleitung – das ist allen bewusst, der Austausch zu Umsetzungsmöglichkeiten ist lebendig und überall finden sich sichtbare Spuren – so unsere Vision.

In allen Kitas, Schulen und Elternhäusern finden wir eine Literacy- und Leseanregende und -fördernde Kultur und Gestaltung, in der es für jeden Zugang und jeden Stand der Kompetenzen Wertschätzung, entwicklungsgerechte Anregung und Handlungsmöglichkeiten gibt und die allen Kindern und Jugendlichen Erfolge ermöglicht. Kinder und Jugendliche erleben überall interessierte, unterstützende sowie selber lesende und schreibende Erwachsene.

Konzepte zur Leseförderung sind allen Lehrkräften vertraut und werden im Unterricht umgesetzt. Strukturelle Rahmenbedingungen ermöglichen kooperatives Lernen, gemeinsame Dokumentation und intensive Dialoge. Soweit unsere Wünsche und Visionen.

So geht es weiter

Wir haben im ILF positive Erfahrungen damit gemacht, abteilungsübergreifend den Fokus auf einen Themenschwerpunkt zu legen und zu diesem stärker miteinander im Austausch und in wechselseitiger Anregung zu planen und zu arbeiten. In den Planungen und für die nächste Zeit steht „Im Fokus“ folgender Themenkomplex: Vielfalt kann bereichernd sein – inklusive Praxis weiter entwickeln